Kunstausstellung im „Kulturgut Samson“

Kunst am Wochenende Kulturgut Samson

Ehepaar Oelze: Ihr gemeinsamer Blick auf die Welt

Die Reihe „Kunst am Wochenende“ widmet sich seit mittlerweile zwei Jahren dem Wirken lokaler Künstler. Jetzt geht es um Christiane und Helmut Oelze, die ihre Motive vor allem auf ihren Reisen fanden und zu Papier brachten.
Was Helmut und Christiane Oelze verband, war nicht nur ihre lange Partnerschaft, sondern auch ihr gemeinsamer Blick auf die Natur. Er analysierte und strukturierte, sie ließ Farben und Formen fließen. Während er mit klaren Linien Konturen schuf, brachte sie mit ihrer Malweise Bewegung und Lebendigkeit in ihre Werke.

Kunst am Wochenende Kulturgut Samson

Was Helmut und Christiane Oelze verband, war nicht nur ihre lange Partnerschaft, sondern auch ihr gemeinsamer Blick auf die Natur. Er analysierte und strukturierte, sie ließ Farben und Formen fließen. Während er mit klaren Linien Konturen schuf, brachte sie mit ihrer Malweise Bewegung und Lebendigkeit in ihre Werke.
Nun stehen die Bilder des Paares im Mittelpunkt der Reihe „Kunst am Wochenende“, die inzwischen seit mehr als zwei Jahren in Kooperation mit dem „Ahlener Kulturkeller“ im „Kulturgut Samson“ in Tönnishäuschen ausgerichtet wird. Am Samstag und Sonntag (22. und 23. März) sind alle Interessierten ab 14 Uhr willkommen. Kuratorin Mechthild Massin wird gemeinsam mit den Angehörigen des verstorbenen Ahlener Künstlerpaares in die Materie einführen. Zum Kunstgenuss sind erneut Kaffee und Kuchen über den Förderverein der Alten Schänke im Angebot.

Kunst am Wochenende Kulturgut Samson

Ein Natur-Aquarell von Helmut Oelze. Foto: privat

Helmut Oelze, geboren in Dresden, entdeckte schon früh seine außergewöhnliche Begabung, komplexe Formen mit wenigen Strichen präzise zu erfassen. Nach dem Krieg wuchs er in Essen auf. Seine Lehrer ermutigten ihn zu einem Kunststudium, doch eine Aufnahme an der Düsseldorfer Akademie in den 1950er Jahren blieb ihm verwehrt. Er entschied sich stattdessen für ein Studium der Germanistik und Geografie in Münster, wobei er Christiane kennenlernte. Sein Interesse an Architektur spiegelte sich auch in seiner Kunst wider: Mit sicherem Strich stellte er Bauwerke dar und brachte in seinen Zeichnungen die Strukturen von Landschaften zum Ausdruck. Besonders auf gemeinsamen Reisen fand er Inspiration – neue Orte, neue Perspektiven, neue Motive.

Ab Anfang der 1970er Jahre unterrichtete Helmut Oelze am Städtischen Gymnasium. Dort prägte er als beliebter Studiendirektor Generationen von Schülern mit einem fantasievollen und engagierten Unterricht. Seine Art zu lehren verband Wissen mit Kreativität – eine Handschrift, die sich auch in seinen Bildern wiederfand.

Genaues Hinsehen auf Reisen
Auf ihren Reisen – ob ins Münsterland, nach Lanzarote, Ahrenshoop oder Norderney – suchten sie immer wieder neue Motive und malten Seite an Seite. Sie hielten Lichtstimmungen und Landschaftsstrukturen in ihrer eigenen Bildsprache fest und inspirierten sich gegenseitig. Ihre Werke erzählen von dieser gemeinsamen künstlerischen Reise, vom genauen Hinsehen und von ihrer tiefen Verbundenheit mit der Natur.

Christiane Oelze starb 2021 in Folge ihrer langen Parkinson-Erkrankung, von ihrem Mann zu Hause liebevoll betreut, unterstützt von ihren drei Kindern. Helmut Oelze starb 2023 völlig überraschend an einer unentdeckten Lungenkrankheit. Seine letzten Jahre verbrachte er mit Reisen nach Norderney – dorthin, wo so viele Erinnerungen an gemeinsame Zeiten lebendig blieben.