„Der Weg ist richtig“: Förderverein wirbt um weitere Helfer
Mehr Veranstaltungen, größere Finanzverantwortung und weitere Sanierungspläne: Der Förderverein „Kulturgut Samson“ wird seinen wachsenden Aufgaben mit einem größeren Vorstand, speziellen Zuständigkeitsbereichen und einer neuen Satzung gerecht.Der Förderverein hat am Dienstagabend bei seiner Jahreshauptversammlung in der Alten Schänke die personellen Weichen für die Zukunft gestellt und nebenbei einige grundsätzliche Wegmarken gesetzt.

Schriftführer Christian Wolff, Schatzmeister Erhard Richard, Vorsitzender Willi Wienker und Stellvertreter Heiko von Glinski (v.l.) bilden den neuen geschäftsführenden Vorstand des Fördervereins. Foto: Ralf Steinhorst
„Es ist ein toller Anblick, so ein gut gefüllter Saal“, freute sich Vorsitzender Willi Wienker über die große Zahl der Teilnehmer, unter denen auch der Ortsausschussvorsitzende Hubertus Beier war. „Es gibt immer wieder Menschen, die hier als Ehrenamtler den Laden am Laufen halten“, lobte er das freiwillige Engagement im gemeinnützigen Förderverein. Diesen Umstand hob er besonders hervor, wobei Wirtin Gabi Klumpp an alle Anwesenden und die mehr als 200 Mitglieder appellierte, sich noch mehr tatkräftig zu engagieren. Sie selbst bringe sich mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung vornehmlich im Gastro-Bereich ein.
„Wir haben ein großes Gelände. Daher benötigen wir nicht nur Hilfe im Service oder bei den Bauarbeiten, sondern auch im Garten“, sagte Klumpp. Gut 15 Aktive seien regelmäßig eingebunden. Beim jüngsten Arbeitseinsatz hätten acht bis zehn Personen vor Ort angepackt. Da würde sie sich mehr wünschen. „Fragen Sie gerne in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Es gibt überall Menschen, die sich einbringen wollen.“ Um die Kommunikation zu vereinfachen, gebe es für jedes Interessengebiet eigene Whatsapp-Gruppen im Verein.
Der Tätigkeitsbericht von Willi Wienker zeigte auf, wie gut das „Kulturgut“ von Gruppen und Vereinen angenommen wird. So ist es zum Vereinslokal der Imker im Kreis Warendorf geworden, pflegt gute Kooperationen mit dem Ort Raestrup – erneut mit einer Abordnung vertreten – sowie Vereinen aus Ahlen und der Patenkompanie der Bundeswehr. Aber auch eigene Veranstaltungen wie Osterfeuer, Sommerfest oder Weihnachtsmarkt finden regelmäßig statt. Einen besonderen Platz nimmt die Kunst mit lokalen Sammlungen ein, wie Dieter Massin als Mitorganisator der quartalsweisen Ausstellungen beschrieb: „Der Weg ist richtig, Kunst der Heimat wird erhalten – das ,Kulturgut‘ ist ein Idealfall für diesen Zweck.“

Der scheidende stellvertretende Vorsitzende Ludwig Brinkkötter (r.) erhielt von Christian Wolff und Willi Wienker (v. l.) sowie den Mitgliedern ein großes Lob. Foto: Ralf Steinhorst
Nur ein temporäres Defizit
In seinem Kassenbericht verwies Schatzmeister Erhard Richard auf ein temporäres Defizit durch höhere Grundsteuerabgaben und Rückzahlungen. „Im kommenden Jahr wird das wieder anders aussehen“, sagte er. Um dennoch auf gesunden Füßen zu bleiben, lote der Vorstand derzeit alle Sparmöglichkeiten, unter anderem bei Strom- und Heizungskosten aus. Außerdem würden gezielt weitere Sponsoren angesprochen und neue Veranstaltungsformate überlegt, die alle Generationen ansprechen. Die Mitgliedsbeiträge dieses Jahres seien auch noch nicht abgebucht worden.
Bei den Vorstandswahlen, geleitet von Josef Remmert, setzten die Vereinsmitglieder auf Kontinuität. Vor den Wahlen hatte allerdings der stellvertretende Vorsitzende Ludwig Brinkkötter, der das Amt seit Gründung des Fördervereins im Jahr 2016 bekleidete, seinen Rückzug aus persönlichen und beruflichen Gründen verkündet. Er wurde mit großem Applaus und einem Präsent für seinen Einsatz bedacht. Willi Wienker wurde im Amt des Vorsitzenden bestätigt und bekommt mit Heiko von Glinski einen neuen Stellvertreter an die Seite, der in Personalunion auch als stellvertretender Schatzmeister gewählt wurde.

Für Dieter Massin ist das „Kulturgut“ ein Glücksfall zum Erhalt heimischer Kunst in Verbindung mit Historie, Austausch und Völkerverständigung. Foto: Ralf Steinhorst
Erhard Richard ist nun auch offiziell Schatzmeister, nachdem er dieses Amt nach der schweren Krankheit und dem frühen Tod seines Vorgängers Leon Schwarte kommissarisch geführt hatte. Christian Wolff führt die Aufgabe des Schriftführers fort, Ralf Budt bekleidet die neugeschaffene Position des Koordinators für Infrastruktur und Baumaßnahmen. Zum neuen Beisitzer wurde Viktor Büttner gewählt, der vornehmlich die digitalen Kanäle des Vereins betreuen soll. Alle Vorstandsposition wurden mit einstimmigen Bekundungen der Mitglieder besetzt. Bei den Kassenprüfern folgt Maren Greive auf Wolfgang von Ballestrem. Ludger Diekmann bleibt dort noch ein Jahr im Amt.
Multifunktionalität im Fokus
Einstimmig angenommen wurde nach ausführlicher Präsentation die neue Satzung des Vereins, in der unter anderem die Amtszeit des Vorstands von drei auf zwei Jahre angepasst wurde. Als kommende Aufgaben stehen verbliebene Bauarbeiten auf der Tenne zur Erlebbarmachung als multifunktionale Ausstellungsfläche und Postmuseum an. „Bis Ende Juli soll der Bereich erlebbar sein“, kündigte Willi Wienker an. Außerdem stehe weiterhin die Förderung von Pflasterarbeiten durch die NRW-Stiftung an. Als vorgeschaltete Hürde erwies sich dabei die komplizierte Entwässerung, so der Vorsitzende, deren Neukonzeption viel Zeit erfordere. Inzwischen habe der Vorstand aber eine Lösung innerhalb des bestehenden Systems in Aussicht.