Starke Beteiligung am Kronkorkenwiegen im „Kulturgut Samson“
Ein Kommen und Gehen: Auf der Tenne des „Kulturguts Samson“ in Tönnishäuschen herrschte am Freitag Hochbetrieb. Das schon traditionelle Kronkorkenwiegen lockte ein weiteres Mal Jung und Alt in Ahlens kleinsten Ortsteil. Ob kleine Tüte, Pappkarton, volle Eimer, Kisten oder alte Kartoffelsäcke: fast alle Behältnisse waren prall gefüllt mit den metallischen, bunten Flaschenverschlüssen.
Nachdem die eifrigen Sammler im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt hatten – insgesamt kamen damals 7640,2 Kilogramm zusammen – hofften alle darauf, das Ergebnis noch zu toppen. Akribisch genau registrierte der erfahrene Wiegemeister Ronald „Ronny“ Pälmke, der seit Beginn der Aktion im Jahr 2016 mit von der Partie ist, die einzelnen Ergebnisse, die auf der uralten, „aber hundertprozentig genauen Waage“ von Marcel Reifel und Hans Klose gemessen wurden.
Und immer wieder wurde die Frage gestellt: „Wie viele Kilos haben wir schon?“ Am Ende gab es eine kleine Ernüchterung: unterm Strich standen 7154,9 Kilogramm auf der Zähltabelle. Knapp 500 Kilogramm weniger als im Jahr 2025.
Doch auch damit war das Helferteam von Michael Brinkkötter, der selbst krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte, überaus zufrieden. Rund 4300 Kilogramm davon waren schon vorab im vergangenen Jahr direkt bei der Familie Brinkkötter in Vorhelm oder an der Alten Schänke abgegeben worden. Die „frische Ware“ an Kronkorken kam am Freitag durch Vereine, Nachbarschaftsgemeinschaften und Privatpersonen zusammen, um die Wohltätigkeitsaktion von Ingo Petermeier zu unterstützen. Der Liesborner, der am Abend noch persönlich vorbeischaute und allen ein dickes Lob aussprach, spendet den Reinerlös des Metallwerts seit Jahren an die Patientenhilfe Darmkrebs der Felix-Burda-Stiftung.
Kaum abwarten konnte der sechsjährige Felix am späten Freitagnachmittag sein Messergebnis. Er gehörte zu den ganz frühen Sammlern. Er stand schon gut eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn der Aktion auf der Matte und gab seinen Plastikbeutel mit den Kronkorken ab. „1600 Gramm“ stellte Klose fest, „ein Superergebnis“.
Schwer bepackt mit drei braunen Jutesäcken schauten Monika (57) und Heinz Koldorf (71) aus Ahlen vorbei. Das Ehepaar unterstützt von Anfang an die Aktion und sammelt fleißig in der Verwandtschaft und bei Bekannten. „Aber wir feiern auch selbst gerne“, merkte Monika Koldorf mit einem Augenzwinkern an. Am Ende zeigte die Waage 37,8 Kilogramm an.

Bild: Detlef Peter Jotzeit
Zum ersten Mal machte Werner Beyer aus Ahlen mit. „Es gibt ja viele Gelegenheiten, um Bier zu trinken“, stellte er lachend fest. Immerhin kamen so 22,6 Kilogramm zusammen. Aus dem benachbarten Enniger waren Martina und Ludger Niemeier mit ihren Enkeln Matis (3) und Thilo (4) angereist. „Eine tolle Aktion“, stellte die Oma fest, die zum ersten Mal ihr Sammelgut mitbrachte: genau vier Kilogramm.
Mit einem Bollerwagen, voll beladen mit Kronkorken und flüssiger Wegzehrung, trat der KSC (Kneipen-Sport-Club) an. Die Knobelfreunde zeigten sich nach dem Wiegen etwas enttäuscht. „Nur 99 Kilogramm“, verrieten Peter Wiethaup und Stephan Fährenkemper, die eigentlich eine dreistellige Zahl angepeilt hatten. „Beim nächsten Mal strengen wir uns mehr an“, versprach Wiethaup.
Die wohl weiteste Anreise hatten in diesem Jahr Kronkorken aus Koblenz. 3,6 Kilogramm hatten dort die begeisterten Jungs, Ole (4) und Paul (7), gesammelt. Nachdem eine gebürtige Ahlenerin ihnen von dem Projekt in Tönnishäuschen erzählt hatte, waren sie mit Feuereifer dabei.
Nicht zu kurz kam bei den frostigen Temperaturen das leibliche Wohlergehen der großen Schar an Sammlern. Heike Kaldewei und Luise Wedepohl standen in den Räumen der ehemaligen Pferdedeckstation mit heißem Glühwein und Kinderpunsch bereit, während in der Gaststätte selbst Kaltgetränke und Bratwürstchen warteten.
Nach dem Wiegen und der Bekanntgabe des Ergebnisses war das Programm noch nicht vorbei: Vollblutmusiker Wolfgang „Brändy“ Brand hatte einmal mehr seinen Schallplattenspieler mitgebracht, um im Saal mit Hits aus den 1960er und 1970er Jahren für Stimmung zu sorgen.
Text: Bild: Detlef Peter Jotzeit

Bild: Detlef Peter Jotzeit