„De Plattköppe“ verlegen Mendocino nach Tönnishäuschen

Kulturgut Samson SeniorennachmittagFoto: Christian Wolff

Seniorenunion im Austausch mit dem Landrat

Plattdeutsch gehört zur Kultur des Münsterlands. Sie mit aktuellen politischen Themen zu verbinden war die Intention der Seniorenunion beim unterhaltsamen wie informativen Nachmittag mit dem Landrat und den „Plattköppen“ in Tönnishäuschen.
Wenn Michael Holms alter Gassenhauer „Mendocino“ auf Plattdeutsch umgedichtet wird, kann der Ort, um den es geht, schon mal „Tönnishäuschen“ sein. Dort klopften Clemens Homann und Johannes Drees nämlich – nach eigenen Angaben – an jede Tür, bevor sie in der Alten Schänke Samson endlich Gehör fanden.

Kulturgut Samson Seniorennachmittag

Foto: Christian Wolff

Kreis-Seniorenunion zu Gast, die im dortigen Kulturgut in lockerer Runde in den politischen Austausch mit Landrat Dr. Olaf Gericke trat.

Als Gastgeberin hatte Uschi Puke zunächst den Fokus auf den Ort gelegt, der vor 50 Jahren bei den Verträgen um die Kommunale Neuordnung eine zentrale Rolle spielte und seit Jahrhunderten für seine Gastlichkeit bekannt ist. „Ich finde es ganz toll, wie hier nach langem Leerstand mit ganz viel Ehrenamt wieder ein Treffpunkt für alle Generationen geschaffen wird.“

In der Diskussion mit Dr. Olaf Gericke, der bei der anstehenden Kommunalwahl erneut als Landrat ins Rennen geht, stand das Thema Sicherheit klar im Mittelpunkt. „Es gibt bei uns viel weniger Straftaten gemessen auf 100-000 Einwohner als anderswo“, erfuhren die rund 80 Teilnehmer. „Die Aufklärungsquote liegt dauerhaft bei über 50 Prozent, was uns zu den sichersten Kreisen im Münsterland macht.“

Kulturgut Samson Seniorennachmittag

Josef Waldmann, Dr. Wolfgang Kirsch, Dr. Olaf Gericke, Werner Wiewel, Mathilde Breuer, Clemens Homann, Uschi Puke, Johannes Drees und Peter Schmies (v.l.) pflegten im Gasthaus Samson den politischen Austausch. Foto: Christian Wolff

Gericke lobte dabei auch die Arbeit von Innenminister Herbert Reul im Kampf gegen organisierte Kriminalität und sogenannte Clans. „Der Unterschied zwischen CDU und AfD ist, dass bei uns nicht alle Menschengruppen über einen Kamm geschert werden. Wir schauen genauer hin. Wer hier lebt, muss die Werte unserer Verfassung achten und umsetzen.“

Als schweren Fehler der Vorgänger-Bundesregierung bezeichnete er jedoch die Cannabis-Legalisierung. Sie sorge für eine Verbreitung von Depressionen und Hirnschädigungen, die jene Droge nachweislich verursache. „Das ist keine Spielerei!“

Auch den Schwerpunkt Klimaschutz widmete sich der Landrat. Dem Ziel, für jeden der 280.000 Einwohner im Kreis Warendorf, einen neuen Baum zu pflanzen, komme man immer näher. Um der Landwirtschaft keine wertvollen Flächen zu rauben, werden viele öffentliche und private Flächen mit mehr Grün ausgestattet. „Wir sind der Schöpfung verpflichtet“, zitierte Dr. Olaf Gericke die christdemokratische Grundhaltung.

Der frühere Oberkreisdirektor und Landrat Dr. Wolfgang Kirsch ließ sich nebenbei durch einen Vorstandsvertreter des Fördervereins „Kulturgut Samson“ die nachgebaute Poststation präsentieren, die erst vor wenigen Wochen eingerichtet wurde. Die lange Verbindung des Hauses Samson mit dem Westfälischen Landgestüt Warendorf biete Potenzial für weitere Kooperationen, zeigte er sich überzeugt.